Knochenaufbau

Damit ein Zahnimplantat sicher im Kiefer verankert werden kann, braucht es genügend Knochensubstanz. Nach längerer Zahnlosigkeit oder durch Entzündungen (insb. durch eine Parodontitis) kann sich der Kieferknochen jedoch zurückgebildet haben. Eine sichere Verankerung des Implantats wäre in solchen Fällen nicht mehr gewährleistet.

Ein Knochenaufbau kann das Knochenvolumen wiederherstellen und schafft damit optimale Voraussetzungen für eine langfristig stabile Implantatversorgung.

Wie funktioniert ein Knochenaufbau?

Je nach Situation stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, um den Kieferknochen wieder aufzubauen:

  • Knochenaufbau mit Eigenknochen:
    Dabei wird körpereigener Knochen an einer anderen Stelle im Mund (z. B. Kinn oder Kieferwinkel) entnommen und an der gewünschten Stelle eingebracht. Das Material heilt dort ein und verbindet sich mit dem bestehenden Knochen.
  • Verwendung von Knochenersatzmaterial:
    Alternativ kann ein spezielles Material eingesetzt werden, das den natürlichen Knochenaufbau anregt. Es wird vom Körper nach und nach durch eigenen Knochen ersetzt.
  • Kombination aus beidem:
    In vielen Fällen werden Eigenknochen und Ersatzmaterial miteinander kombiniert, um eine besonders gute Stabilität und Volumenbildung zu erreichen.

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Je nach Verfahren ist anschließend eine Einheilphase von mehreren Wochen oder Monaten erforderlich, bevor das Implantat eingesetzt wird. In manchen Fällen kann beides auch gleichzeitig erfolgen.

Sinuslift als spezieller Knochenaufbau im Oberkiefer

Im seitlichen Oberkiefer liegt über den Backenzähnen die Kieferhöhle (Sinus maxillaris). Wenn in diesem Bereich der Knochen zu dünn ist, kommt der sogenannte Sinuslift zum Einsatz.

Dabei wird die Schleimhaut der Kieferhöhle vorsichtig angehoben und darunter Knochenmaterial eingebracht. So entsteht wieder ausreichend Raum und Stabilität für ein Implantat. Je nach Befund kann der Sinuslift entweder als eigenständiger Eingriff oder in Verbindung mit der Implantation durchgeführt werden.

Knochenaufbau für langfristigen Halt

Ein stabiler Knochen ist die Grundlage für den dauerhaften Erfolg eines Implantats. Auch wenn ein Aufbau mit etwas mehr Zeitaufwand verbunden ist, zahlt sich dieser Schritt bei zu wenig Knochenvolumen aus! Denn wird ein Implantat in zu wenig Knochen eingesetzt, kann es langfristig zu Problemen kommen:

Das Implantat hat keinen sicheren Halt, kann sich lockern oder im schlimmsten Fall rausfallen, samt Zahnersatz. Zudem steigt das Risiko für Entzündungen und einen weiteren Rückgang des Kieferknochens. Ein im Vorhinein durchgeführter Knochenaufbau beugt solchen Komplikationen vor.

Gerne beraten wir Sie persönlich, ob ein Knochenaufbau für Ihre Implantatversorgung notwendig ist und welches Vorgehen sich in Ihrem Fall anbietet.